Um mit KI Karteikarten aus einem PDF zu erstellen, lädst du das Dokument in einen passenden Stapel, beschreibst kurz die gewünschte Kartenform und lässt einen Entwurf generieren. Danach prüfst du die Karten, löschst Wiederholungen und Fehler und übernimmst nur die nützlichen Fragen in die Wiederholung.
Die KI spart das Kopieren und Formatieren. Sie entscheidet aber nicht zuverlässig, welche Information du in zwei Monaten noch wiederholen möchtest. Diese Entscheidung bleibt der wichtigste Teil des Workflows.
1. Nicht jede Zeile im PDF braucht eine Karte
Ein Lehrbuchkapitel enthält Erklärungen, Beispiele, Übergänge und Wiederholungen. Würde jede Aussage zu einer Karte, entstünde ein großer Stapel voller Fragen, deren Wiederholung mehr Zeit kostet als das ursprüngliche Lesen.
Priorisiere stattdessen:
- zentrale Begriffe und Definitionen,
- Unterschiede zwischen leicht verwechselbaren Konzepten,
- Ursachen, Folgen und Mechanismen,
- Formeln mit Bedeutung der Variablen und Einheiten,
- Fakten, die du ohne Kontext wirklich abrufen können musst.
Seitenzahlen, organisatorische Hinweise und dekorative Beispiele gehören meistens nicht in den Stapel.
2. Gib dem Stapel eine klare Anweisung
„Erstelle Karteikarten“ ist zu ungenau. Ein Biologie-PDF braucht andere Karten als ein Sprachkurs oder ein Physikskript. Eine kurze Anweisung reicht oft:
Erstelle pro Karte nur eine Frage. Halte Antworten unter 15 Wörtern. Priorisiere Mechanismen und Unterschiede. Ignoriere Übungsnummern, Literaturverweise und organisatorische Angaben.
Bei Sprachmaterial kannst du stattdessen Übersetzung, Genus, Wortart und einen kurzen Beispielsatz verlangen. Die Anweisung sollte für den ganzen Stapel gelten, damit die fünfzigste Karte dieselbe Form hat wie die erste.
3. Lade das Original statt kopierter Ausschnitte hoch
Ein vollständiger Abschnitt liefert Überschriften und Kontext, die bei einzelnen kopierten Absätzen fehlen. Prüfe bei gescannten PDFs, ob Text, Formeln und Tabellen gut lesbar sind. Unscharfe Scans führen häufiger zu falsch erkannten Zahlen, Symbolen oder Negationen.
Repeto kann neben PDF auch DOCX-, TXT- und Markdown-Dateien, eingefügten Text, Links, YouTube-Transkripte, Aufnahmen und Fotos verarbeiten. Auf der deutschen Repeto-Seite siehst du die unterstützten Quellen im Zusammenhang.
4. Behandle die Ausgabe als Entwurf
Ein generierter Stapel sollte vor dem Lernen einmal durchgesehen werden. Die schnellste Prüfung besteht aus fünf Schritten:
- Doppelte Karten löschen.
- Unwichtige Details entfernen.
- Fragen mit mehreren unabhängigen Antworten aufteilen.
- Zahlen, Namen und Formeln mit dem PDF vergleichen.
- Vage Fragen so umschreiben, dass genau eine erwartete Antwort entsteht.
„Erkläre die Photosynthese“ ist keine gute einzelne Karte. „Wo finden die lichtabhängigen Reaktionen statt?“ und „Welche direkten Produkte entstehen dabei?“ lassen sich eindeutig beantworten und bewerten.
5. Erst danach beginnt der eigentliche Nutzen
Ein PDF in Frage-Antwort-Form umzuwandeln verbessert das Gedächtnis noch nicht. Der Vorteil entsteht, wenn jede Karte kurz vor dem Vergessen wiederkommt.
Repeto verwendet FSRS Spaced Repetition. Nach jeder Antwort wählst du Nochmal, Schwer, Gut oder Einfach. Leichte Karten erscheinen in größeren Abständen, schwierige früher. Deshalb ist eine klare Frage pro Karte wichtig: Nur eine eindeutige Bewertung liefert dem Planer ein gutes Signal.
Der Leitfaden zur täglichen Kartenmenge hilft dabei, den neuen Stapel ohne Wiederholungsstau einzuführen.
Kann ich die Karten in Anki verwenden?
Repeto importiert und exportiert .apkg-Dateien. Du kannst also vorhandene Anki-Stapel testen und einen in Repeto erstellten Stapel wieder exportieren. Prüfe bei einem wichtigen Bestand zuerst einen kleinen Stapel samt Bildern oder Audio, bevor du eine große Sammlung verschiebst.
Ein sinnvoller erster Test
Beginne nicht mit einem ganzen Buch. Nimm fünf Seiten aus einem Thema, das du gut genug kennst, um Fehler zu erkennen. Miss anschließend drei Dinge:
- Wie viele der vorgeschlagenen Karten bleiben nach der Prüfung übrig?
- Wie lange dauert die Prüfung?
- Sind die Fragen nach einer Woche noch eindeutig verständlich?
Wenn aus 30 Vorschlägen 20 gute Karten in fünf Minuten entstehen, hat die Automatisierung ihren Zweck erfüllt. Ein System, das 100 Karten erzeugt und eine halbe Stunde Aufräumen verlangt, hat nur Arbeit verschoben.
Erstelle deine ersten KI-Karteikarten mit Repeto und bewerte den Test nach der Qualität des geprüften Stapels, nicht nach der Größe des ersten Entwurfs.